Istanbul_D1_030

Kadiköy und Mini-Busse

Nach dem aufstehen habe ich mir zuerst einmal das Hostel angesehen. Der gute Eindruck von vergangener Nacht hatte sich bestätigt, alles recht sauber und ordentlich. Wie Florian später sagte, für türkische Verhältnisse sogar überraschend gut!

Die Gemeinschaftsräume und der Garten sind optimal, gerade für junge Leute und Rucksacktouristen ausgelegt . Somit auch für mich sehr ansprechend.

Anschließend habe ich meine Kamera geschnappt und bin in Richtung Hafen aufgebrochen. Genau neben dem Hostel war gerade ein Flohmarkt in einer Grundschule zugange. Unten am Hafen, der wie ich später herausfand der Angelpunkt des örtlichen öffentlichen Verkehrsnetzes bildet, war reges Treiben.

Hier wechselten tausende Menschen von der Straßenbahn, Bus, Mini-Bus, Zug, U-Bahn und Fähre in ein anderes Verkehrsmittel. Überall gab es kleine Stände, vom Schnellimbiss bis hin zu Schmuck, Rosenverkäuferinnen sprachen jeden an und im Hintergrund war immer ein Verkäufer zu hören der seine Waren anpreist.

Als ich mein erstes Ziel, das Hafenfeuer auf der Hafenmole erreicht hatte, begab ich mich in die "Innenstadt" von Kadiköy, dem Stadtteil von Istanbul, in dem sich mein Hostel befindet. Es schien so, dass je kleiner die Gassen wurden, je größer waren die Terrassen der Geschäfte und je mehr Leute gingen umher. Nach rund drei Stunden Erkundungstour und netten Gesprächen mit türkischen Studenten, kam ich wieder im Hafen an.

Canan hatte mich ziemlich genau eine Stunde zuvor informiert, dass sie nun ankommen sollten. Nach einer halben Stunde Wartens bekam ich eine Weitere Nachricht, dass sie in 15 Minuten ankommen sollen. Aber das hätte mir auch klar sein können, da ich schließlich auf Florian warte.

Als Florian und Canan nach rund einer Stunde Wartezeit für mich, am Hafen ankamen, zeigte ich ihnen noch das Hostel. Nach rund einer Stunde Diskussion über das Hochzeitsfotografen-Dilemma, entschlossen wir uns, nicht mehr die europäische Seite zu besuchen und stattdessen weiter durch Kadiköy zu gehen.

Florian war auf der Suche nach Schuhen und ich brauchte Tabak. Schuhe haben wir keine gefunden, zumindest keine an denen Florian ernsthaft interessiert gewesen wäre, stattdessen aber einen interessanten Tabakladen!

In Istanbul bekommt man überall, wie auch in Deutschland, normale Fertigzigarettenpäckchen, doch ich rauche ja eigentlich nur noch Drehtabak. Nach kurzem Rundfragen und Suchen in kleinen Hinterhöfen, entdeckten wir in einem solchen eine versteckte Einkaufspassage. Im zweiten oder dritten Untergeschoss war der Gesuchte Tabakladen. Paper und Filter gab es, aber wo ist der Tabak?! Erst als der Verkäufer die riesige, dreißig Liter fassende Frischhaltebox aus dem Regal zog, begann ich zu begreifen, dass diese voller Drehtabak ist. Der Tabak ist wirklich sehr gut und laut Aussage des Verkäufers von ihm selbst groß gezogen, getrocknet und geschnitten.

Anschließend gab es ein kleines Vor-Abendessen (in Bayern würde man Brotzeit sagen) jedoch weiss ich nicht mehr, was das Essen genau war. Canan hatte mich eingeladen mit zu ihr nach Hause zu kommen und am Abendessen Teilzunehmen. Nach einem kleinen Spaziergang durch die Gassen Kadiköys nahmen wir uns einen Mini-Bus und fuhren zu Canans Eltern.

Die Mini-Busse liefern sich regelrechte rennen um kunden, sammeln alles auf, was am Wegesrand mitgenommen werden möchte und dass für richtig kleines Geld. wir haben für die 40 Minütige Fahrt bis zu Canan's Wohnung 1,8TL, umgerechnet 80ct Bezahlt. In Deutschland hätte dies mindestens Acht Euro gekostet, wenn nicht mehr.

Bei Canan Zuhause gab es Mante zum Abendessen, die ausgesprochen Lecker geschmeckt haben. Ich muss diese unbedingt mal in Deutschland nach kochen!

Mante ist wie Tortellini, mit einer Joghurt-Knoblauch Soße und Butter-Pfeffer Saucen Topping. Auf jeden Fall verdammt lecker!

Nach einer weiteren, diesmal echten Rennfahrt zweier Mini-Busse zurück Richtung Fährhafen, bin ich endlich gemütlich im Hostel angekommen und mache gerade meinen Tagesabschluss!

Einen wundervollen Gruß aus Istanbul!
André

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