Mainzer Informatiker auf der Zugspitze

Benny, Joschka und meine Wenigkeit waren am 28.08. auf dem Höllental Klettersteig gen Zugspitze unterwegs.

Am Vortag sind Joschka und ich in Mainz um ca. 9:30 losgefahren und waren um 14:50 in München um Benny ab zu holen. Nach einer kleinen Stärkung mit Weißwürsten und Brezeln machten wir uns auf nach Garmisch. Direkt als wir losfahren wollten, fiel mein Beifahrerfenster aus der Verankerung, als Benny es hochfahren wollte. Nach 30 Minuten Reparatur am Straßenrand konnten wir endlich wieder die Fahrt aufnehmen. Gegen 17:00 kamen wir nach einem kurzen Zwischenstopp beim Kletterladen WN-Alpin in Garmisch, in Hammersbach auf dem Parkplatz an. Dort sortierten wir unsere Rucksäcke neu, da manch einer zu viel Kleidung dabei hatte, wie einen zauberhaften Wollschal für kühle Herbsttage, zwei Pullover und anderes unsinniges Zeugs. Joschka nahm ein ganzes Kilo Nüsse mit, wovon maximal dreihundert Gramm über die Tour gegessen werden sollten.

Wir machten uns direkt auf Richtung Höllental-Anger-Hütte, in welcher wir die Nacht verbringen wollten. Nach einer guten Stunde waren wir vom Parkplatz aus an der Höllental Eingangshütte angekommen und zollten dem deutschen Alpenverein unseren Tribut um durch die Höllentalklamm gehen zu können. Die Klamm ist wundervoll und war etwas nasser als sonst, da es die letzten Tage ja geregnet hatte.

Kurz nach 19:30 kamen wir dann an der Höllentalangerhütte an und aßen erst einmal eine gute Suppe zu Abend. Meine Erbsensuppe sollte mich am Folgetag jedoch noch verfolgen. Die Hütte war recht voll in dieser Nacht und laut Wirtin haben über hundert Leute dort übernachtet. Wir waren zusammen mit einer dreiköpfigen Familie in einem acht Personen Matratzenlager untergebracht, in dem wir relativ gemütlich zu sechst auf vier Matratzen schlafen konnten.

Um 6:00 am Dienstag klingelte dann der Wecker und kaum eine halbe Stunde später waren wir dann auch schon auf dem Weg in Richtung Leiter. Nach dem kleinen Wäldchen im Höllental und dem Schrofenfeld ging es in den Brett/Leiter Klettersteig.

Oben angekommen, machten wir unsere erste Pause, der noch viele folgen sollten. Mit drei Pausen ging es über eine wundervolle Alm, Schrofen und Züge zum Höllentalferner.

Der Firn des Höllental Ferners hatte keine Schneeauflage und an manchen Stellen war er auch blank. Joschka mit seinen Grödeln und zu leichten Bergschuhen, hatte doch so seine Probleme stellenweise den Gletscher zu erklimmen, Benny brauchte nur etwas Zuspruch um seine Unsicherheiten zu überwinden. Irgendwie und mit den Wanderstöcken eines älteren Herrn haben wir es dann doch gut geschafft zur Randkluft und dem Einstieg des Höllental Klettersteiges zu kommen.

Nach kurzer Pause habe ich um Benny zu unterstützen am losen Stahlseil mit einem Kreutzklemmknoten eine Bandschlinge befestigt, damit er nicht in die Randschlucht fällt. Danach habe ich mir einen guten Platz gesucht und ihm unterstützend geholfen an den ersten Haken des Klettersteiges zu kommen wo er sich fest machen konnte. Nach kurzer zeit Endete das Stahlseil für einen langen Quergang wieder. Diesen zu überwinden kostete Benny eine Menge Kraft, doch er hat es gut gemeistert.

Die gut 600m bis zum Gipfel gingen sehr gut vorwärts, bis auf den Übergang vom Höllentalgrat zum Jubiläumsgrat, wo wieder rund 20m Stahlseil an einer doch recht ausgesetzten Stelle fehlen. Der sich hier bietende Ausblick zum Eibsee entschädigt einen jedoch für alle Strapazen die man bis dorthin auf sich genommen hat. Auf dem Jubiläumsgrat angekommen sind es nur noch wenige Meter bis zum Gipfelkreuz und der Zugspitzstation.

Zurück haben wir dann die Zahnradbahn genommen, da das Wetter schlechter wurde und Benny ohnehin nicht mit Joschka und mir absteigen wollte. Da es anschließend auch regnete waren wir sehr froh über diese Entscheidung.

Die Tour war trotz Sonnenbrand sehr schön und ich möchte Joschka und Benny für die schöne Tour danken!

Gruß
André