Kalvoe nach Aero

12.09. Voller Tatendrang standen wir heute auf, denn wir hatten uns einiges vorgenommen. Im Rückblick auf das schöne Wetter von gestern, hofften wir, dass Rasmus uns heute auch so wohl gestimmt war.

Doch, dem war gar nicht so. Schon beim Zähneputzen stellten wir fest, dass wir nicht unter vollen Segeln nach Aero schippern würden.

Eigentlich begann der Tag auch nicht optimal. Unser Wassertank war leer, die Brötchen schwarz und unser backbord Buglicht ging gen Hafengrund. Alle angeblichen Tauchversuche halfen nicht und wir mussten es verschollen auf dem Meeresboden zurücklassen. In 100 Jahren wird man es wohl als historisches, technisches Wunderwerk in einem Museum ausstellen, sofern man es überhaupt findet.

Das Spülen gestaltete sich im Vergleich dazu als wesentlich schwieriger. Wir spülten in einem mit Zugangscode gesicherten Waschhaus kalt, nachdem wir alles 1km weit eigenhändig geschleppt haben.

Nach einigen Seemeilen unter Motor, wagten wir es endlich das Segel (die Genua) zu setzen. Die starke Krängung (einfach ausgedrückt „Schräglage“) überraschte uns doch etwas. Wir mussten zum ersten Mal unsere Schwimmwesten tragen und uns bei jeder kleinsten Bewegung ein piken (Sicherungsgurte mit Karabiner werden wahllos an Teile des Schiffes geklickt)

Als wir aus der schützenden Landzunge hinausfuhren, mussten wir einsehen, dass unser Ziel Aero, nicht mehr lebendig zu erreichen war. Deshalb entschloss sich Tilman Masholm anzulaufen. Seine Entscheidung war nicht unerheblich durch Matjesbrötchen beeinflusst.

Rasend- mit vorher noch nicht erreichten 7 Knoten, fegten wir wortwörtlich über die Ostsee. Das Großsegel hätte unser Geschwindigkeitswahn wohl eher gestört, weshalb es heute Pause hatte.

An den jeweiligen Wind angepasst, refften (die Segelfläche verkleinern) wir die Genua. Einige Crewmitglieder durften bei diesem Wind auch mal ans Steuer. Jeder hatte so eine kleine Eingewöhnungsphase, die sich durch starke Schlangenlinien und Kenteranzeichen bemerkbar machte, doch im Groben lief alles „rund“.

Heute war der wellenreichste Tag, der zweiten Woche. Von anfänglichen 30 cm Wellenhöhe steigerten wir uns auf einen Meter.

Nach einigen Wetterupdates landeten wir in Mommark, der Perle Dänemarks, besonders ausgezeichnet durch ihre Toiletten, die einem Ikea- Einrichtungshaus ähnelten. Wir sind das schönste Schiff im Hafen, neben ca. 5 Fischkuttern.

Das Anlegen war eine größere Aktion, da die Klampen einfach nicht für unsere lange Yacht gereicht haben.  Offenbar ist Mommark nicht auf solch einen hohen Besuch eingestellt.

Heute gab es Chili con Carne con Mais y Bohnen, serviert in einem Spaghettinest. Es hat allen geschmeckt, obwohl einige noch Jogurt zum Feuerlöschen benötigten.

Das nächste High-„light“ unseres Abends war das Partyboot während unseres Strandspazierganges- ein Industriefrachter, der mit seinem Beleuchtung die halbe Ostsee bestrahlte, leider nun aber gänzlich ohne Positionslichter, die gegen diese Lichtgewalt nicht ankamen.

Es folgte das weitere Vertauen unseres Bootes mit dem Steg. Bei einem kommenden Orkan schwimmt ganz Mommark mit uns mit.

Den Abend ließen wir mit einigen Kartenspielen ausklingen, mit Tee und diversen anderen wärmenden Getränken und schöner Musik. Passend zu unseren Erwartungen lief heute wohl auf Dauerschleife Farin Urlaub, Die Insel.

Für Morgen sind 8-9 Beaufort angesagt, somit leider für uns eine Segelpause. Wir werden stattdessen Sonderborg besuchen und einen gemütlichen Tag verbringen.

Gruß Simone und Jan

Genua gerissen – Tag 5 auf See

„Wenn man das dicke Ding zu hart reindrückt, kann schon mal was reißen.“ O-Ton des Bordkükens nachdem sich die Genua unseres echt dicken Bootes hart am Wind verabschiedet hatte. Aber zunächst Eins nach dem Anderen:

Heute früh um 0900 ging der Tag nach gigantischen 14 Stunden Schlaf in Middelfart los. Wetter stand auf dem Programm! Nachdem wir mitten in der Nacht noch einmal bei Regen und Wind raus mussten, um unser Schiff mit einem Extraseil zu sichern, galt es zu checken, ob wir überhaupt auslaufen konnten. Im sicheren Hafen zeigte der Windmesser 6 Bft an; in Böen auch schon mal hart an der Grenze zu 7 Bft. Für uns bedeutete das, das Ablegemanöver genau zu besprechen, weil mit Wind schräg von achtern die Gefahr bestand auf das Nachbarboot zu treiben. Relativ schnell war aber klar, dass wir alle raus wollten, also los, ran an die Schoten und ablegen. Mit einem perfekten Manöver sind wir dann auch in den Tag auf See gestartet – Stimmung absolut auf dem Höhepunkt. Diesen Schwung mitnehmend ging unser Gruß an Rasmus mit Jim Bim und dem Wunsch nach Wind und gutem Wetter.

Nach einigen Minuten unter Motor wurde die Genua etwa zur Hälfte ausgerollt. Resultat: bis zu 7 Knoten Fahrt mit dem kleinen Stück Tuch vorne am Boot. Genial! Mit Kurs hart am Wind pflügten wir durch die brechende See und hängten dabei den einzigen Mitsegler dem wir an diesem Tag begegnen sollten ab. Wenige Zeit später waren wir so gut, dass unser Action-Steuermann übernehmen durfte. Resultat diesmal: eine gerissene Genua! Für die Stimmung bedeutete das zunächst mal einen ordentlichen Dämpfer, wie sollte es weiter gehen? Der ursprüngliche Zielhafen Soby war so nicht mehr erreichbar und ohne Ersatzsegel an Bord blieb uns nur der Motor. War unser Törn jetzt schon gelaufen? An dieser Stelle hat unser Skipper ganze Arbeit geleistet, mit dem Vercharterer Kontakt aufgenommen und alles geregelt, sodass wir einen nahegelegenen Hafen anlaufen konnten (Kalvo oder Aabenraa standen zur Auswahl) – in Aabenraa sollen wir morgen hoffentlich ein neues Segel bekommen.
Bevor wir allerdings dort angekommen sind, mussten wir noch ca. 15 Seemeilen unter Motor zurücklegen, direkt gegen den Wind.

Direkt gegen den Wind bedeutet ebenfalls direkt gegen den Seegang… mit einem Gleiter gibt es auf dem Kurs coole Sprünge, mit unserem Segler geht es allerdings noch viel besser ab: der Bug steigt zuerst gen Himmel, um dann im nächsten Wellental unter der nachkommenden Welle abzutauchen. Ohrenbetäubendes Krachen und überkommende Wellen inklusive. Unsere Frau Nummer Eins, mittlerweile am Steuer, wurde dementsprechend durchnässt – bis auf die Unterwäsche… Wet T-Shirt Contest on Board.

Durch das viele Auf und Ab durch die Wellen wurde auch unsere Stimmung entsprechend wieder gesteigert… hochgeschaukelt sozusagen. Unter Motor werden bekanntermaßen auch die Batterien geladen, deshalb setzten wir der stimmungsvollen Fahrt die Krone auf mit Musik; und mutierten zum Partyboot. Mit lauter Musik durch die Wellen in den Hafen.

Ja, und nun sitzen wir hier im Bootssalon, haben uns den Bauch mit richtig schöner Pizza von „Tony“ aus dem Hafen vollgeschlagen und spielen Prominente-Raten.

Übrigens: Der Co-Skipper sollte mal Verantwortung benutzen. Und nicht immer nur abdrücken. :)

Gruß,

Die Crew

Logbuch von #2 – Rasmus treibt uns an den Rande des Wahnsinns

Es ist der 5.9., unser 3. Tag auf See. Rasmus wird nach dem Ablegen um 13.20 h mit vielen guten Zusprüchen begrüßt (er hat einen besonders großen Schluck von Jimmy bekommen) und wir, voller Vorfreude und Spannung auf unsere Nachtfahrt,  ahnen nicht, dass er in den nächsten 21 Stunden einige Stimmungsschwankungen haben wird und unseren Wünschen nach Sonne und freundlichen Winden nicht ganz entgegen kommt – ob wohl die Abwesenheit von Jonathan bei der morgendlichen Zeremonie hiermit etwas zu tun hat?

Wir ziehen also los von Nyborg, Zielhafen bisher unbekannt, aber nord-westlich soll es gehen. 14.18 h, Sandfuck passiert uns an Steuerbord und Til erklärt, wie ein solcher „SandFuck“ auf hoher See abläuft – sehr interessant, eine solche Bildungslücke MUSS gefüllt werden! 14.35 h: Jonathan is back und freut sich riesig, Rasmus noch einmal separat und voller Elan ansprechen zu dürfen…der Wettertag schien gerettet – zunächst – die Sonne kam raus.

Als wir dann aus dem sicheren Schutz der Bucht herauskamen und auf die unglaubliche riesen Brücke mit 56 m Höhe zusteuerten, für die Brücke daneben war unser Boot leider zu groß – ja, wir haben ein dickes Boot – ließ uns Rasmus das erste Mal kurz seinen Ärger spüren und brachte uns auffrischenden Wind und erste Böen um 15.45 h.

Wir navigierten das Boot sicher und zielstrebig  in die Abendstunden einem traumhaften Sonnenuntergang entgegen; danke Rasmus, wir waren begeistert. Zur selben Zeit, ca. 18.30 h kam bei uns erneut das uns wohlbekannte Hungergefühl auf…neben Schokolade und Chips wollten wir auch mal wieder etwas Warmes essen. So hielt der eine Teil der Crew Stellung während der Rest kochte – Chili sin carne sollte es geben. Rasmus hatte scheinbar auch Hunger, der Wind wurde stärker und die Wellen höher! Der Kaffee samt Kanne machte sich selbständig und verteilte sich überall, wo er hin kam – auch in der Bilgen Pumpe.  Dann ein Knall, ein Klirren im Salon und Geschrei aus dem Inneren des Boots. Ein Blick nach unten verriet uns, was passiert war. Zwischen Schreck und Humor stellten wir fest, dass 4 Teller zerbrochen waren und sich die gesamte Pfanne angebratener Champignons auf dem Boden verteilt hatte.  Ein Geschirrschrank hatte sich wie von Geisterhand geöffnet und der Inhalt ist mit der Welle durch das ganze Boot geflogen, mit samt der Crew. Unser Abendessen fand also draußen in extrem verkürzter Form statt, denn auch an Deck flog das gute Chili durch die Luft.

Einige Böen später glich der Salon einem Trümmerfeld, die Crew hatte sich bereits teilweise übergeben und zu Rasmus gebetet, dass die Nacht schnell vorbei sein möge. Über uns erstrahlte ein wahnsinnig schöner Sternenhimmel…Rasmus hatte uns zumindest vom Regen verschont, auch das sollte sich noch ändern, wenn schon denn schon!

Der Chili Topf hat einen festen Platz am Steuerrad gefunden und wir hofften, dass er doch einfach mit der nächsten Welle von Bord gehen würde…tat er nicht, also wechselte er weiterhin von Wende zu Wende die Bugseite bis André ihn endlich festknotete. Zu dem Zeitpunkt stand bereits die erste Nachtwache bereit und steuerte das große Boots in das dunkle Nichts. Ok, mit Hilfe von Til konnten wir ein paar Lichter wahrnehmen, der Kampf mit Steuerrad, Wind und Wellen war allerdings das, was unsere gesamte Aufmerksamkeit für sich in Anspruch nahm. Die Wellen schlugen um das Boot und nicht mal der Chili Topf blieb trocken, geschweige denn die Crew. Das Zeitgefühl hatten wir bereits verloren…die Nacht schien unendlich. Ab 1.00 h wurde Rasmus noch wütender, der Wind frischte weiter auf und wir kämpften mit Böen um 8 Bft, ließen uns aber nicht einschüchtern und hielten so an unserem Am Wind Kurs fest…und kreuzten uns von Südwesten nach Südosten hin und her…und kreuzten und kreuzten und kreuzten..und dann kam Rasmus mit dem Regen, schön, das hat noch gefehlt! Die Nachtwache hatte mittlerweile gewechselt und es war ca. 3.45 h und immer noch kein Ende in Sicht. Das Chaos im Bootsinneren betrachteten wir und ignorierten es im selben Moment wieder, wir hatten uns an den Anblick gewöhnt und schliefen zwischen Pilzen und zerbrochenem Porzellan ein.  Als uns um 4.15 h die Puste etwas ausging war das Beiliegen die Möglichkeit etwas Luft zu holen – auch für Til. Aber das war uns dann doch wieder zu langweilig und wir nahmen wieder Fahrt auf.

Dann ein Lichtblick, die Sonne! Endlich, 6.30 h, es wurde hell. Zwischen 6 Knoten und 0.0 Knoten Geschwindigkeit bewegten wir uns nun schon Stunden lang durch die Nacht und  waren über den heller werdenden Horizont mehr als nur erfreut; mittlerweile waren wir alle durchgefroren und zitterten am ganzen Körper.

Um 7.00 h haben wir die Segel geborgen und steuerten unter Motor in unseren idyllischen Zielhafen  Middelfart. Vorher ging das Chili, ohne Topf, doch noch über Bord. Den Hafen erreichten wir alle wohlbehalten um 11.00 h. Doch Rasmus musste auch hier noch einen draufsetzten und bescherte uns bei der Hafeneinfahrt noch einmal eine Regenfront, danke Rasmus, krasse Nacht. Die 21 Stunden Segeltour durch die tiefen der dänischen Ostsee werden wir so schnell nicht vergessen.

Ein gelungener Abschluss der ersten Woche

Heute haben wir es ganz gemütlich angehen lassen und bei wenig Wind die Flensburger Förde herrunter gesegelt nach Flensburg. Dabei haben wir eine Regatta beim Kreuzen gesprengt und nach einem Besuch des Flensburger Stadthafens haben wir in Marinasonnenweg getankt und angelegt.

Nach einem Abstecher beim Segelmacher für Tilman wegen seinen alten Segeln und flicken eines meiner Kites haben wir klar Schiff gemacht und den Abend bisher ruhig ausklingen lassen. Noch sind wir am überlegen tanzen zu gehen, jedoch scheint sich dies wohl im Sande zu verlaufen.

Am Mittag nach dem Ablegen haben wir, als wir das Haupsegel setzen wollten festgestellt, dass dieses ebenfalls einen Riss hat. Im Hafen beim Vercharterer angekommen, takelten wir das Hauptsegel ab und ließen es reparieren um es anschließend wieder auf zu takeln.

Die beiden anderen Artikel folegen ebenfalls noch heute Abend oder morgen Früh, je nachdem wie ich dazu noch Zeit finden werde. Zu den restlichen Tagen kommen auch noch Artikel in absehbarer Zeit online.

Gruß André

Zu viel Spaß und keinen Strom

Die Artikel der letzten Tage sind bereits geschrieben, jedoch hatten wir bisher anderes zu tun und nicht die Muse sie online zu stellen.

Heute Abend sind wir wieder in Deutschland angekommen, in Bockholmwik in der Flensburger Förde.

Leider ist der Hafen sehr abgelegen und wir kommen einfach nicht an Strom.
Da der Laptopakku leer ist müssen so die restlichen Artikel noch bis morgen Abend auf sich warten lassen.

Gruß André

Logbucheintrag des Kapitäns Tag 2

Geweckt durch einen Specht, der an unseren Mast hämmerte, schlug ich der Crew als erste Amtshandlung vor, diesen zu erschießen. Nun war es Zeit für unsere morgendliche Stärkung (das Spätstücken, das für die kommenden 10 Std an Ernährung ausreichen musste). Bei dem morgendlichen Ritual wurde zum Besten gegeben, dass zwei Personen, die namentlich nicht genannt werden wollten, bereits 10 km gelaufen sind. Sara und Jonathan haben also große Teile der Insel Langeland schon am Morgen erkundet und von Land aus die Leuchttürme erkundschaftet.

Als der Hafen leer war und wir vorzüglich gespeist haben, entschlossen wir uns die Segel zu setzen und um unser „Kap Horn“ von Langeland herum zu segeln. Unsere Stärkung vom eben genannten Spätstück hielt jedoch nicht sehr lange, so dass wir sämtliche Süßigkeiten Vorräte vernichten mussten. Achja …RASMUS …ein wenig zu spät, aber immer noch innerhalb der ersten halben Stunde wurde der Seegott mit einem kräftigen Schluck Jim Bim erst über meinem Arm und dann in die See begrüßt. Dies wurde heute mit einem Begrüßungsspruch vom Sebastian begleitet.

Gegen Mittag machte sich Sebastian auf in die Pantry um uns etwas Leckeres zu essen zu zaubern. 5 Minuten später konnten wir unsere Suppe bei leichtem Regen und gefühlten Minusgraden aus einer Tasse schlürfen. (…Wir gewinnen also das Duell „Kochen gegen Lieferservice“ 😛 ). Bei diesem Thema entstand direkt eine Diskussion über Runde Plattformen auf See, die Pizza verkaufen. Verkappte Architekten planen schon die Lage der Straßen und Häuser in Form von Belägen der Pizza.

Abnehmender Wind aus südlichen Richtungen zwang uns die Segel zu bergen und die letzten Meilen nach Nyborg unter Motor zurückzulegen. In Nyborg angekommen gefiel uns der Anleger von Jonathan so gut, dass wir diesen direkt ein zweites Mal sehen wollten. Am zweiten Liegeplatz hatten wir auch Strom, so dass wir unsere Bordbatterie aufladen konnten. (dazu muss man sagen, dass diese mitten auf See, durch mysteriöse Umstände in der Steuerbord Achtern Kajüte ausgefallen war).

Alles in allem war es wieder einmal ein genialer Segeltag und ein feuchtfröhlicher Abend, der nun noch mit einem Nachtspaziergang gekrönt wird.

Gestern kamen wir gegen 19:00 im Hafen an. Wir haben noch schön gegrillt und es uns einfach gut gehen lassen, während uns die Mücken auffrassen.

Auf Fahrt mit unserer Gina II

André, 03.09.2011 16:31 Nach dem ich gestern eine Klausur hinter mich gebracht hatte, begann für mich das große Packen, da ich vorher wegen lernen usw. keine Zeit gefunden hatte. Auch habe ich bemerkt, dass ich noch einen Großteil meiner Wäsche waschen musste und so startete ich durch. Waschen im Waschsalon, packen und aufräumen parallel und nur 4,5h Zeit.

Mit minimaler Verspätung fuhren wir schließlich mit Tilman als Fahrer bei mir los und kamen so frühzeitig am Hbf Mainz an und sammelten den Rest gemütlich ein. Nach einem kurzen Zwischenhalt bei mir Zuhause, da ich das wichtigste, den Alkohol 😉 vergessen hatte, ging es letztlich los in Richtung Hamburg, um die letzte Seglerin mit an Bord zu nehmen.

Wir machten zwei Stopps, einmal an einem Parkplatz und einmal an einem Rasthof mit „Nordsee“, da viele von uns Hunger hatten. Leider war dort die Nordsee gerade am zu machen, wodurch wir uns entschlossen, nach Hamburg durch zu fahren und im Hauptbahnhof etwas essen zu gehen. In Hamburg holten wir uns alle Whopper und Co. bei Burger King. Hannah, unsere spätere Fahrerin besorgte für sich und Sara zwei Kaffees. Mit Claudia an Bord ging es dann weiter Richtung Ostsee.

Ein ein halb Stunden später kamen wir in Heiligenhafen gegen 2:00 an, beluden das Schiff und machten uns nach einem kurzen Schlummertrunk gegen 4:00 ins Bett.

Obwohl wir schon um 7:00 wieder aufstehen wollten um rechtzeitig los zu kommen, wurde ich von den Mädels erst gegen 8:00 geweckt, um mit Hanna und Sarah Einkaufen zu fahren. Mit 9 Einkaufskarren voll Lebensmittel und rund 600€ ärmer kamen wir dann gegen 11:30 wieder im Hafen an, wo uns die restliche Crew sehnsüchtig erwartete, da wir für den Morgen nicht vorgesorgt hatten.

13:50 legten wir dann, nach einer kurzen Einweisung ab und machten erst einmal Mittag/Frühstück - irgendwas in den Bauch bekommen während wir aus dem Hafen Richtung offene See aus liefen. Nach dem Essen zogen wir auf offener See die Segel hoch und schipperten gemütlich mit rund 2,5 Knoten in Richtung Dänemark. Ein Paar von uns zog es bei dieser geringen Geschwindigkeit und dem wundervollen Wetter sogar ins Wasser und Hannah, Sara und ich ließen uns von einer Boje hinter dem Schiff her ziehen. Nachdem Tilman Kurs und Geschwindigkeit eingeschätzt hatte beschloss er den Motor anzuwerfen um noch im Hellen in Dänemark anzukommen.

Das Wetter ist Grandios! Und es ist wunderschön hier, mitten auf der Ostsee. Vor einer knappen Stunde haben wir die Tonne Kieler Ostseeweg 4 passiert. Es macht unwahrscheinlichen Spaß mit den Leuten und alle sind ausgeglichen, glücklich und froh hier zu sein! Jetzt ist es 18:16 und ich habe immer noch kein Internet, aber immerhin ist alles fertig.

Gruß André

André: „Wir könnten ja einfach morgen zum Frühstück Grillen?“
Sarah: „Ok, aber nur wenn es Schnitzel mit Nutella gibt!“